Der Isabel-Marant-Effekt
Isabel Marant ist eine Marke, die man nicht erklären muss – man spürt sie. Ihre Designs wirken selbstverständlich, fast beiläufig, und genau darin liegt ihre Kraft. Es ist Mode, die nicht nach Aufmerksamkeit sucht, sondern Präsenz hat. Kleidung, die getragen werden will, nicht ausgestellt.
Die Silhouetten sind feminin, aber nie angepasst. Lässig, ohne nachlässig zu sein. Ein Isabel-Marant-Look lebt von kleinen Brüchen: ein offener Kragen, ein bewusst unperfekter Saum, Materialien, die sich mit dem Körper bewegen. Alles fühlt sich leicht an, nichts konstruiert. Es ist diese Balance aus Freiheit und Haltung, die die Marke so unverwechselbar macht.
Oft wird Isabel Marant mit dem Begriff French Girl Style in Verbindung gebracht. Doch Mühelosigkeit ist hier kein Zufall. Sie ist das Ergebnis von Erfahrung, Instinkt und einem tiefen Verständnis dafür, wie Frauen sich im Alltag bewegen, fühlen und kleiden wollen.
Paris, Anfang der 90er
Gegründet wurde das Modehaus Isabel Marant im Jahr 1995 in Paris. Doch die Geschichte beginnt früher. Bereits 1989, mit nur 22 Jahren, lancierte Isabel Marant gemeinsam mit ihrer Mutter Christa Fielder die Strick- und Jersey-Linie Twen. Schon damals stand fest: Es geht nicht um Mode für besondere Anlässe, sondern um Kleidung für echte Tage.
1995 präsentierte Isabel Marant ihre erste Kollektion unter eigenem Namen. Drei Jahre später eröffnete sie ihre erste Boutique in einem ehemaligen Künstleratelier in der Rue de Charonne im Bastille-Viertel. Kein klassisches Flagship, sondern ein Ort mit Persönlichkeit – kreativ, nahbar, ein bisschen unordentlich.
Im Jahr 2000 folgte die Linie Isabel Marant Étoile, die den lässigen Kern der Marke noch stärker betonte. Die Herrenkollektion kam 2017 hinzu, Eyewear 2021. Trotz internationalem Wachstum blieb die Handschrift unverändert: tragbar, selbstbewusst, zeitlos.
Isabel Marant gilt als eines der undiszipliniertesten Modehäuser Frankreichs. Während viele Luxusmarken auf Perfektion setzen, lebt diese Marke von Bewegung, Materialität und einem gewissen Chaos. Inspiration entsteht auf Reisen, in Begegnungen, im echten Leben.
Kein Piece verlässt das Atelier, ohne dass Isabel Marant es selbst anprobiert hat. Diese Nähe zum Produkt spürt man. Typisch sind fließende Stoffe, Stickereien, florale Prints, Fransen, strukturierte Jacken und lässige Boots mit schmalem Absatz.
Was Isabel Marant besonders macht, ist ihre Konsequenz. Trends werden beobachtet, aber nie kopiert. Ein Kleidungsstück von vor zehn Jahren lässt sich mühelos mit aktuellen Kollektionen kombinieren. Diese Beständigkeit ist keine Nostalgie, sondern Haltung.
ISABEL MARANT LOOK
Der Sneaker, der alles verändert hat
Isabel Marant ist keine Designerin, die sich selbstinszeniert. Sie meidet große Auftritte, spricht selten öffentlich und lässt lieber ihre Kollektionen für sich sprechen.
Und doch gibt es ein Piece, das untrennbar mit ihrem Namen verbunden ist: der Sneaker mit Keilabsatz.
Die Idee entstand aus einer sehr persönlichen Beobachtung. Schon als Teenager experimentierte Isabel Marant damit, sich kleine Korkstück ein ihre Sneakers zu legen, um ein paar Zentimeter größer zu wirken. Nicht aus Eitelkeit, sondern aus dem Wunsch heraus, sich wohler zu fühlen. Der Wedge Sneaker löste ein Dilemma, das viele Frauenkennen: bequem oder elegant? Isabel Marant entschied sich für beides.
Ein wenig Höhe, ein wenig Haltung – ohne das Gefühl, overdressed zu sein. Der Erfolg war enorm. Der Schuh wurde weltweit kopiert, prägte den Athleisure-Trend und istbis heute ein fester Bestandteil der Modegeschichte.
Highlights der Woche
Capsule Wardrobe
Der kaëll Wäsche-Guide
So reinigst Du Deine Autrys