Suede Season: Was ist Veloursleder – und warum tragen wir es jetzt?
Was ist Veloursleder? Veloursleder ist ein Leder mit samtig aufgerauter Oberfläche, die durch das Anschleifen der Fleischseite beziehungsweise einer entsprechenden Lederschicht entsteht und dem Material seinen charakteristischen weichen Griff verleiht. Im Modekontext wird dafür häufig der englische Begriff Suede verwendet; von Glattleder unterscheidet es sich vor allem durch seine offene, samtige Oberflächenstruktur. Gerade bei Jacken, Hosen, Kleidern, Loafern, Pumps und Boots bringt Veloursleder dadurch Tiefe und eine matte Textur in den Look – ein Grund, warum Suede aktuell wieder verstärkt in Herbstkollektionen und im Street Style auftaucht.
Veloursleder, Nubukleder, Wildleder und Glattleder werden häufig gleichgesetzt, bezeichnen jedoch nicht dasselbe. Veloursleder beschreibt eine aufgeraute Lederoberfläche, während Nubukleder auf der Narbenseite – also der ursprünglichen Außenseite der Haut – fein angeschliffen wird und dadurch meist einen kürzeren, feineren Flor erhält; Glattleder besitzt dagegen eine glatte beziehungsweise nur wenig aufgeraute Oberfläche. Der Begriff Wildlederbezieht sich streng genommen auf die Tierart und bezeichnet Leder von wildlebenden Tieren wie Hirsch oder Reh – Wildleder kann velourartig verarbeitet sein, ist aber kein Synonym für Veloursleder. Diese Unterscheidung ist insbesondere bei Pflege und Gebrauch relevant, da offenporige, aufgeraute Oberflächen empfindlicher auf Feuchtigkeit, Fett und Verschmutzungen reagieren können als viele Glattlederarten.
Warum ist Suede gerade wieder relevant? Aktuelle Kollektionen greifen verstärkt natürliche, taktile Oberflächen, erdige Farbtöne und Western- beziehungsweise Boho-Referenzen auf; zugleich funktioniert Veloursleder sowohl bei körpernahen Silhouetten als auch bei weich fallenden, lässigeren Formen. Bei Stouls und Jitrois steht Leder traditionell stärker im Mittelpunkt von Ready-to-wear wie Hosen, Kleidern und Jacken, während Labels wie Isabel Marant und R13 Velours- und Wildleder besonders schlüssig mit Western- und Vintage-Einflüssen verbinden. Bei Schuhen zeigen Paris Texas, Stuart Weitzman, Ash, Birkenstock, Doucal’s, Monmare und Lemargo, wie unterschiedlich die Materialwirkung ausfallen kann – vom femininen Pumps über Loafer bis zum markanten Boot. Suede richtet sich damit nicht an einen bestimmten Stiltyp, sondern eignet sich für alle, die bewusst mit Material, Oberfläche und Ton-in-Ton-Kombinationen arbeiten möchten.
Veloursleder richtig erkennen, kombinieren und pflegen
Wie fällt Kleidung aus Veloursleder aus und gibt das Material beim Tragen nach?
Echtes Leder kann sich durch Körperwärme und Bewegung mit der Zeit etwas anpassen, die konkrete Passform hängt jedoch stark von Lederstärke, Schnitt, Futter und Verarbeitung ab; eine zu kleine Größe sollte deshalb nicht in der Erwartung gewählt werden, dass sich das Kleidungsstück deutlich weitet. Bei Velourslederhosen und körpernahen Kleidern sind Hüfte, Taille und Bewegungsfreiheit besonders relevant, bei Jacken sollte zusätzlich berücksichtigt werden, ob Strick oder weitere Layer darunter getragen werden. Bei Schuhen aus Veloursleder sind Leisten und Konstruktion entscheidender als das Obermaterial allein, weshalb die modellspezifische Größenangabe bei Boots, Pumps und Loafern die verlässlichere Orientierung bietet.
Wie pflegt man Veloursleder richtig?
Staub und leichte trockene Verschmutzungen lassen sich mit einer speziellen Velours- oder Kreppbürste vorsichtig entfernen; dabei sollte das Material nicht stark gerieben werden. Ein für Velours- beziehungsweise Rauleder geeignetes Imprägnierspray kann den Schutz vor Feuchtigkeit und Verschmutzungen unterstützen, sollte jedoch immer zunächst an einer unauffälligen Stelle getestet und entsprechend den Herstellerangaben verwendet werden. Nasses Veloursleder lässt man bei Raumtemperatur trocknen – nicht auf der Heizung oder unter direkter Hitze – und richtet den Flor anschließend vorsichtig mit einer geeigneten Bürste wieder auf. Herkömmliche Schuhcremes, Lederfette oder Pflegeprodukte für Glattleder sind für Veloursleder in der Regel ungeeignet, weil sie die offene Oberfläche verkleben und Farbe sowie Struktur sichtbar verändern können.
Wie trägt man Suede heute?
Besonders klar wirkt Veloursleder, wenn seine Textur zum Mittelpunkt des Looks wird: eine Suede-Jacke zu Denim oder feinem Strick, eine Velourslederhose zu einem reduzierten Oberteil oder Velours-Boots und Loafer als strukturierter Gegenpol zu fließenden Stoffen. Braun, Cognac, Taupe, Beige und dunkle Naturtöne betonen die typische Materialwirkung, während monochrome Kombinationen verschiedene Oberflächen – etwa Veloursleder, Wolle und Glattleder – voneinander absetzen können. Die aktuelle Suede Season ist deshalb weniger als kurzfristiger Einzeltrend zu verstehen als die Rückkehr eines Materials, das Jacken, Kleider, Hosen, Heels, Loafer und Boots auf sehr unterschiedliche Weise prägt. Wer den Unterschied zwischen Veloursleder, Wildleder, Nubukleder und Glattlederkennt und die jeweilige Oberfläche richtig pflegt, kann Material, Verarbeitung und Einsatzbereich deutlich fundierter beurteilen.
Häufig gestellte Fragen zu Veloursleder
Was ist Veloursleder?
Veloursleder ist Leder mit einer samtig aufgerauten Oberfläche. Die charakteristische weiche Struktur entsteht durch das Aufrauen beziehungsweise Anschleifen der Fleischseite oder einer entsprechenden Lederschicht. Im internationalen Modekontext wird Veloursleder häufig als Suede bezeichnet.
Was ist der Unterschied zwischen Veloursleder und Wildleder?
Veloursleder und Wildleder sind nicht dasselbe. Velours bezeichnet die Art der Oberflächenbearbeitung, während sich Wildleder streng genommen auf Leder von wildlebenden Tieren wie Hirsch oder Reh bezieht. Wildleder kann velourartig verarbeitet sein, aber nicht jedes Veloursleder ist Wildleder.
Was ist der Unterschied zwischen Veloursleder und Nubukleder?
Der wesentliche Unterschied liegt in der bearbeiteten Lederseite. Nubuk wird auf der Narbenseite, also der ursprünglichen Außenseite der Haut, fein angeschliffen und besitzt meist einen kurzen, feinen Flor. Bei Veloursleder wird die Fleischseite beziehungsweise eine entsprechende Lederschicht aufgeraut, wodurch die Oberfläche häufig weicher und deutlich samtiger erscheint.
Wie pflegt und reinigt man Veloursleder richtig?
Veloursleder sollte trocken und mit einer speziellen Rauleder- oder Kreppbürste gereinigt werden. Ein für Veloursleder geeignetes Imprägnierspray kann zusätzlich vor Feuchtigkeit und Verschmutzungen schützen. Lederfett und klassische Schuhcreme für Glattleder sollten nicht verwendet werden, da sie den Flor und damit die typische Oberfläche des Materials verändern können.
Darf Veloursleder nass werden?
Veloursleder verträgt leichte Feuchtigkeit, sollte aber möglichst nicht durchnässt werden. Wird eine Velourslederjacke oder ein Schuh nass, sollte das Material langsam bei Raumtemperatur und mit Abstand zu Heizkörpern oder anderen direkten Wärmequellen trocknen. Anschließend kann der trockene Flor vorsichtig mit einer geeigneten Velourslederbürste wieder aufgerichtet werden.
Highlights der Woche
HERITAGE STYLE – MODE MIT TRADITION
Seide – das Gold unter den Textilien
Capsule Wardrobe